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Erstellt am 21.4.2022 I Von investify

investify TECH - führend bei maßgeschneiderter Vermögensverwaltung

Der Megatrend Individualisierung hält Einzug in die Vermögensverwaltung. So können Kunden ihrer Anlagestrategie eine ganz persönliche Note verleihen und die Portfolioverwaltung trotzdem den Kapitalmarktexperten überlassen.

Dr. Harald Brock, Geschäftsführer von investify TECH, erläutert im Private Banking Magazin, wie Banken und Vermögensverwalter dank dem modularen Plattformansatz von investify TECH individuell zugeschnittene Anlagestrategien entwickeln und vertreiben können.

Das selbstbedruckte T-Shirt, Sneaker mit eigenen Initialen oder der nach persönlichen Wünschen konfigurierte Mini Cooper: Kunden lieben Produkte noch mehr, wenn sie sie selbst gestalten können. Diese Erkenntnis aus der Psychologie kommt nun auch verstärkt in der Vermögensverwaltung in Form modularer Ansätze zum Einsatz. Diese hybride Beratungsform vereint wesentliche Elemente der Anlageberatung und Vermögensverwaltung: Der Kunde kann seinem Portfolio eine persönliche Note verleihen, indem er die Anlagestrategie individuell nach seinen Wünschen gestaltet. Im Unterschied zum Advisory-Ansatz trifft er die Anlageentscheidung zwar nicht eigenständig, muss sich dafür aber auch nicht um Verwalten und Überwachen des Portfolios kümmern.

Zur Vermögensverwaltung nach Ermessen des Anbieters, dem sogenannten Discretionary-Ansatz, grenzt sich der modulare Ansatz wiederum durch den Einsatz eines Grund- oder Startportfolios ab – anstelle der separaten Festlegung jeder einzelnen Position durch den Kundenberater. Die Basisanlage aus Aktien, Anleihen und alternativen Anlagen, deren Ausgangsgewichtung sich durch das Risikoprofil des Kunden ergibt, bildet den Startpunkt für die individuelle Gestaltung der ganz persönlichen Anlagestrategie.

Ausgehend vom Standardportfolio stellt die Bank oder der Vermögensverwalter dem Kunden Module zur Auswahl, die Themen wie ESG und Cyber Security umfassen oder regionale Märkte wie chinesische und Schweizer Aktien abbilden. Wird ein Themenmodul hinzugefügt, sorgen sogenannte Fitting-Algorithmen für die optimale Gewichtung des Themenanteils, die Basisanlage wird entweder verringert oder bleibt gleich, erklärt Harald Brock, Geschäftsführer von Investify Tech, einem luxemburgisch-deutschen Technologie-Dienstleister für digitale B2B-Vermögensverwaltung im White-Label-Format. „Bei Bedarf können Berater oder Kunde den Algorithmus überstimmen. Die Plattform gibt entsprechende Hinweise, falls das zusammengestellte Portfolio nicht mehr zur Risikoklasse des Kunden passt.“

Auch die UBS-Anwendung My Way überwacht fortlaufend Risiko, Struktur und Diversifikation des Gesamtportfolios. Die 2020 gestartete modulare Vermögensverwaltung der Schweizer Bank, Anfang August 2021 im deutschen Markt ausgerollt, ist ebenfalls in Modulen aufgebaut. Aktuell sind 55 einzelne Portfoliobausteine wählbar, wodurch Kunden verschiedene Regionen, Sektoren und Themen individuell gewichten können.

Die Mindestanlage für UBS My Way beträgt hierzulande eine Million Euro. Zum Start können Kunden zwischen klassischer und nachhaltiger Ausrichtung ihres Referenzportfolios wählen, wobei sie den Anteil von Nachhaltigkeitsaspekten auch danach noch beliebig verändern können.

Die Idee zu My Way entstand 2017. Eine Gruppe von UBS-Mitarbeitern in der Schweiz erkannte den veränderten Kundenbedarf nach individueller Gestaltung des Portfolios. Eine hybride Beratung hatte die Bank bis dato nicht im Angebot. „Es gab nur die Wahl zwischen Advisory, der Kunde hat selbst die Entscheidungsmacht über sein Anlagevermögen, oder Vermögensverwaltung, bei dem er die Anlageentscheidung komplett an uns abgibt“, erklärt Antonius von Verschuer. Als einer von mehreren Produktspezialisten von My Way schult er die deutschen UBS-Kundenberater im Umgang mit der neuen Anwendung.

Modulare Vermögensverwaltung liegt im Trend der Individualisierbarkeit von Bankleistungen für Kunden

Maerki Baumann bietet ihren Kunden bereits seit fünf Jahren die modulare Anlagelösung. Sie besteht aus verschiedenen Anlagebausteinen, aus denen die Bank mit ihren Kunden die jeweiligen individuellen Anlagestrategien zusammenbauen kann. Diese Module lassen sich über die Zeit beliebig ergänzen oder austauschen. Die Höhe der Anlagesummen kann dabei in den einzelnen Modulen den Spielraum der Auswahl beeinflussen. Daher existieren Einstiegsgrößen. Unabhängig vom Alter steigt der Bedarf nach individualisierten Produkten. Vor allem die Privatkunden haben individuelle Bedürfnisse, beschreibt Gérard Piasko, Investmentchef von Maerki Baumann, den Trend der vergangenen Jahre.

Die modulare UBS-Lösung in ihrer jetzigen Form würde es vermutlich nicht geben, wenn die Gruppe nicht an ihrer Idee festgehalten hätte. Denn zunächst scheiterte das Projekt, da neben immensen IT-Anforderungen auch der Umfang des Projekts Hürden darstellten. Ein neuer Anlauf 2019, ohne Geld und Ressourcen der Bank, dafür mit interdisziplinärem Team und agilem Entwicklungsansatz, führte My Way doch noch zum Erfolg. Das Pilotprojekt überzeugte Kunden und Berater gleichermaßen und schaffte 2020 den erhofften Markteintritt.

Mittlerweile hat die UBS für ihr neue Vermögensverwaltung ordentlich Geld in die Hand genommen und jeden Kundenberater im Wealth Management mit dem neuesten iPad Pro ausgestattet. Die Investitionen zahlen sich aus. Auf Länderebene gibt die UBS zwar keine Zahlen preis, aber die Entwicklung der Gesamtzuflüsse kann sich sehen lassen: Die investierten Anlagevermögen via My Way belaufen sich Stand Ende September 2021 auf 5,1 Milliarden US-Dollar. Ende 2020 lagen sie noch bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Die für My Way neu gewonnenen Kunden stammen aus allen Segmenten und Demographien.

Offenbar trifft die modulare Vermögensverwaltung durch ihren individuellen Gestaltungsrahmen einen Nerv – wie auch das Ergebnis einer zeb-Umfrage von 2018 belegt. Demnach halten 66 Prozent der Bankkunden Individualisierbarkeit von Leistungen für sehr wichtig. Die Kunst und zugleich Herausforderung beim modularen Ansatz liegt darin, den Kunden einen gewissen Gestaltungsspielraum zu ermöglichen und auf der dahinterliegenden Technologie-Plattform die unterschiedlichen Portfoliovarianten zu managen und abzuwickeln. „Den meisten Kunden genügt es schon, Einfluss nehmen zu können und eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Strategie zu erhalten“, sagt Digital-Experte Brock.

Für das Management der Strategien liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Standardisierung, ein bis vor wenigen Jahren noch negativ besetzter Begriff in der Bankenbranche. Das hat sich Brock zufolge jedoch grundlegend verändert. Heute wollen viele Vorstände standardisierte Prozesse, die dabei helfen, die Regulatorik in den Griff zu bekommen, die Kosten deutlich zu senken und agiler zu handeln. Auch deshalb liegt die modulare Vermögensverwaltung im Trend, weil sie im Hintergrund standardisiert sind.

Aber widersprechen sich Individualisierung und Standardisierung nicht grundsätzlich? Nicht zwangsläufig: „Der Kunde merkt gar nicht, dass es sich um ein standardisiertes Produkt handelt, wenn man den modularen Ansatz richtig aufsetzt“, so Brock. Ohne Standardisierung im Hintergrund funktioniert das ganze Konzept der Modularität nicht. „Es braucht klare Regeln und Prozesse, wie die Portfolios aufgebaut werden und wie sie Mifid-konform sind. Entscheidend ist für mich, dass eine modulare Leistung nicht schlechter ist als eine diskretionäre.“

Modulare Vermögensverwaltung erlaubt Beratern wieder mehr Portfoliogestaltung

Standardisierte Prozesse spielen auch bei DJE Kapital eine entscheidende Rolle. Im Hintergrund läuft bei dem unabhängigen Vermögensverwalter überall der gleiche systematische Investmentprozess, ganz gleich welche Strategie. „Jeder Fonds- und Portfoliomanager kann auf das gleiche Research-Knowhow zurückgreifen“, erklärt Christian Janas, Leiter der Vermögensverwaltung. DJE beschäftigt 15 eigene Analysten, die gemäß der bekannten FMM-Methode der Pullacher – fundamental, monetär, markttechnisch – die Grundlage der spezifischen Anlagestrategien erarbeiten und vorbereiten.

Neben der individuellen Vermögensverwaltung ab 500.000 Euro Mindestanlage hat DJE seit 2017 die mit 10.000 Euro Mindestanlagebetrag leichter zugängliche digitale Variante Solidvest im Angebot. Hier kann der Digital-Kunde über Risikoprofil und Themen einen gewissen Einfluss nehmen auf sein individuell gestaltetes Portfolio. Zusätzlich zu vier Anlagestrategien mit unterschiedlichen Aktienquoten kann er Schwerpunkte setzen und aus zehn Themenfeldern wählen – darunter Rohstoffe, Dividendenrendite, Ernährung, Demografie-Wandel oder Marken & Luxus. Bei Bedarf steht dem digital-affinen Kunden ein persönlicher Kontakt zur Verfügung.

DJE-Mann Janas sieht in der Vermögensverwaltung den Trend, hybride Modelle anzubieten, um andere Zielgruppen anzusprechen: „Das kann nicht jeder Vermögensverwalter leisten, dafür benötigt man gewisse Losgrößen – aber es ist klar zu sehen: Die Kunden wollen digitaler werden und gehen in die hybride Welt.“ Nur auf das Digitale zu setzen, gehe jedoch zu weit. Am Ende soll der Kunde enscheiden, was er möchte. „Ich muss dem Kunden in der Vermögensverwaltung kein Produkt verkaufen. Unsere Aufgabe ist vielmehr, für das Vermögen eine vernünftige Rendite zu erwirtschaften.“

Anders als DJE ist Maerki Baumann auch in der Anlageberatung tätig. Hier verzeichnet die Schweizer Privatbank ein zunehmendes Interesse ihrer Kunden, die einen Teil ihres Vermögens in ein oder mehrere Module der modularen Anlagelösung investieren. Das bringt wiederkehrende Erträge, die zu mehr Wachstum führen.

Das modulare Konzept eignet sich, die zeitintensive und aus regulatorischer Sicht aufwendige Anlageberatung abzulösen, findet auch Investify-Tech-Geschäftsführer Brock. Trotz der Einfachheit verlangten Kunden weiterhin nach der Berater-Kompetenz: „Berater haben mehr Spaß an der Vermögensverwaltung, weil der modulare Ansatz wieder mehr Portfoliogestaltung erlaubt, statt nur Modellportfolios zu verkaufen.“

Der Artikel ist zuerst im Private Banking Magazin erschienen.